Im Gespräch mit „Thomas B. Jones“

Vor ein paar Wochen kam mir doch der Gedanke, dass ich doch gerne mal wieder ein Interview machen möchte. Das hab ich vor einiger Zeit, auf meinem längst vergessenen Blog gemacht und das hat mir schon viel Spaß gemacht. Also wieso denn nicht jetzt wieder damit Anfangen?

Zu dem, dass es mir sehr viel Spaß macht kann man auch immer sehr interessante Menschen kennen lernen. Vor allem die, die einem in gewisser Weiße hier und da ein wenig beeinflusst haben 😉

Einer davon ist deutsch-amerikaner, lebt im Schwabenländle und ist Fotograf. Ich war natürlich sehr froh als er zugesagt hat und mir gerne ein paar Fragen beantwortet hat.

Thomas B. Jones

Foto: Thomas B. Jones. Ahrifamikill Island
Du bis ja deutsch – amerikaner. Deine Familie lebt ja, soweit ich das verstanden habe, in den USA. Ist die Entfernung schwer für euch oder habt ihr euch da gut arrangiert?

Die eine hälfte der Familie lebt in den USA und da ist es tatsächlich so, das der Kontakt über 20 Jahre quasi gar nicht da war. Deshalb ist das Maß an Kontakt das wir heute haben, für mich so auch in Ordnung. Ich versuche alle zwei Jahre in die USA zu fliegen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Aber das letzte Jahr hat das natürlich verhindert. Ich freu mich auf jeden Fall sie hoffentlich bald wieder besuchen zu können.

Wie kamst Du zur Fotografie?

Über die Musik. Ich habe früher viel Musik gemacht und bin mit meinen Bands getourt und war nach jedem Konzert enttäuscht wenn es keine coolen Bilder von uns und unserer Show gab (von der ich sehr überzeugt war 😉). Deshalb habe ich angefangen selbst auf den Konzerten und Backstage zu fotografieren. Über die Jahre kam das eine zum anderen und irgendwie bin ich dann bei den Hochzeiten gelandet. Da habe ich dann ein Gewerbe angemeldet und die Fotografie „professionalisiert“. 

Ich kenne Dich ja von eurem Podcast „ Die Photologen“. Höre ich sehr gerne an, auch wenn ich noch nicht alle Folgen geschafft habe. Wie ist der Podcast denn entstanden?

Falk und ich haben uns auf einem Workshop kennengelernt. Wir fanden uns irgendwie spannend und haben in den Pausen ausgiebig miteinander gequatscht. Bei einem weiteren Workshop haben wir beiden den Kennenlernabend „an uns gerissen“ und den kompletten Tisch unterhalten und da war uns klar, dass wir das vielleicht öfter machen sollten.

Wie lange produziert Ihr eine Folge im Schnitt?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei den rechercheintensiven Episoden geht schon mal ne Stunde oder mehr vorher drauf, dann natürlich die eigentliche Aufnahme mit ein bisschen Plauschen drum rum und die Nacharbeit. Es variiert also zwischen zwei und sechs Stunden für eine Episode.

Foto: Thomass B. Jones Modern Vintage
Du fotografierst ja Portraits, Reportagen und Hochzeiten. Stand das von Anfang an schon für Dich fest, oder hattest Du was anderes vor?

Wie die meisten wusste ich anfangs überhaupt nicht was ich fotografieren wollte. Ich hab auch so ziemlich alles mal ausprobiert und vieles dadurch ausgeschlossen. Ich bin Heute einerseits total gerne Dienstleister und entwickle mit meinen Kunden Bilder für ihre Werbeauftritte, Geschäftsberichte und alles was wofür Firmen Bilder brauchen. Auf der anderen Seite baue ich aber mein Herzensprojekt die Reportagefotografie immer weiter aus. 

Du fotografierst ja mit Fujifilm. Schon immer, oder hattest Du vorher ein anderes System? Wenn ja, warum der Wechsel zu Fujifilm?

Ich habe jahrelang mit Canon fotografiert und war damit eigentlich auch zufrieden. Zumindest im professionellen Umfeld. Mein Schmerz war aber, dass ich im privaten einfach kaum noch fotografiert habe weil mir die Ausrüstung zu groß und zu klobig war. Ich habe mir dann „für privat“ eine Fujifilm X100S gekauft und damit begann die Fujifilm Liebesgeschichte. Jetzt fotografiere ich seit fünf Jahren ausschliesslich mit Fujifilm Kameras. Neben den X-Series APS-C Kameras hat auch das Fujifilm GFX Mittelformat-System Einzug in meinen Alltag gefunden.

Mit welchem Setup arbeitest Du am liebsten?

Das hängt stark davon ab was ich mache. Für den fotografischen Berufs-Alltag habe ich meist die X-T4 im Einsatz. Die GFX kommt bei Bedarf dazu wenn ich die höhere Auflösung und den Mittelformat Look brauche. Für mich privat und bei Reportagen fotografiere ich aber am liebsten mit der X-Pro3 und ggf. Der X-T4 als zweite Kamera.

Foto: Thomas B. Jones. Kevin
Go‘s und no go‘s für Dich bei der Fotografie?

Go: Respekt, Achtsamkeit und Kommunikation. All das sollte aber eigentlich auch sonst immer gelten.

No-Go: Wenn die Technik mir und meiner Vision im Weg steht

Wen würdest Du mal gerne vor der Kamera habe?

Ich habe da tatsächlich keine Prominenten die ich auf anhieb nennen könnte. Wenn ich ehrlich bin, würde ich lieber spannende Menschen kennenlernen die auch sonst unbekannt sind und sie und ihre Geschichte in Bildern erzählen.

Was machst Du, wenn Du die Kamera mal nicht in der Hand hast, also in deiner Freizeit?

Ich bin gerne mit meiner Frau und meiner Hündin draußen unterwegs und wenn das wetterbedingt nicht geht, dann mach ich es mir mit einem guten Buch gemütlich. 

Du hast ja ein klasse Buch rausgebracht, nämlich 22 JPEG Rezepte für Fujifilm X Kameras. Wie kamst du auf die Idee zu diesem Buch? 

Ich hab mich intensiv mit den Möglichkeiten der Fujifilm Kameras beschäftigt und war total begeistert wie viele Möglichkeiten die bieten, fertige Bilder direkt aus der Kamera zu bekommen. Als ich mich dann mit anderen darüber ausgetauscht habe musste ich aber feststellen, dass viele die Einstiegshürde nicht genommen haben oder einfach bei JPEG schon zurückgeschreckt sind. Da ich früher beruflich technische Inhalte auch an Laien vermittelt habe, dachte ich mir ich könnte das ja vielleicht in einem kleinen eBook zusammenfassen und so noch mehr Fotograf:innen den Spaß an den Fujifilm Kameras und dem JPEG vermitteln. Auf das eBook wurde dann ein Verlag aufmerksam. Gemeinsam haben wir die Idee aufgegriffen und erweitert und so kam letztlich das Buch zustande.

Wie lange hast Du daran gearbeitet? 

Lange! 😀 Ich kann trotz meiner strikten Zeiterfassung gar nicht genau sagen wie lange. Da ja neben dem eigentlichen Schreiben, der Recherche auf die Vorarbeit eigentlich mit einfließen muss. Ich bin ja sogar noch zehn Tage nach New York gegangen um weitere Rezepte zu entwickeln und Bildmaterial zu sammeln. Alles in allem gehen Monate in so ein Buch und um so mehr ist man letztlich stolz wenn es dann endlich erscheint und auf so viel Begeisterung stößt.

Welches ist dein Lieblings Rezept?

An der schieren Zahl der Bilder gemessen ist es sicherlich Klassisch Chrome. Allerdings hat mich Modern Vintage auch gepackt. Das verwende ich noch immer sehr viel auch im privaten. 

Möchtest du noch einen kleine Anekdote erzählen?

Wenn ihr mal mit dem Fujifilm XF35mm fotografiert und euch wundert warum alles schwarz ist: die Objektiv Deckel die mit in der Fototasche liegen rutschen gerne mal in die Streulichtblende des Objektivs und bleiben da stecken 😉

Foto: Thomas B. Jones. Pushing Trix
Foto: Thomas B. Jones. Big Apple
Danke Dir, dass Du Dir die Zeit genommen hast und mit mir dieses kleine Interview gemacht hast. Mich hat es riesig gefreut als Du zugesagt hast.
Ich habe zu danken 🙂 
 
 
Foto: Thomas B. Jones. Havana
Foto: Thomas B. Jones. Cross

So. Das war es auch schon wieder von mir. Wenn Ihr mehr von Thomas und seiner Arbeit sehen wollt, oder euch sein Buch interessiert, dann schaut hier vorbei:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.